Zu den Zahlen:

58,0 % der Kitakinder

84,7 % der Grundschüler

95,8 % der Stadtteilschüler

98,0 % der Gymnasiasten

bleiben derzeit den Einrichtungen fern.

https://www.abendblatt.de/hamburg/article231168434/42-Prozent-der-Kinder-trotz-Lockdowns-in-den-Hamburger-Kitas.html

Das bedeutet nichts anderes als dass diese Kinder zu Hause sind (im erwünschten Fall).
Die Sozialsenatorin sieht darin einen Erfolg der Kindertagesbetreuung.

Man kann die Zahlen auch anders interpretieren.

Je älter ein Kind ist, desto eher ist es in der Lage allein zu Hause zurecht zu kommen. Bei Kindern bis zu 6 Jahren ist es selten der Fall, hier werden vielfach die Eltern auf die Kleinen aufpassen müssen.
Doch was wenn man nicht in einem Berufsfeld mit Homeoffice-Option arbeitet?
Dann werden wahrscheinlich die älteren Geschwister als Kindesbetreuer gebraucht, weshalb diese Gruppe zu Hause bleiben muss während die Eltern arbeiten.

Können Grundschüler überhaupt am Fernunterricht teilnehmen?
Sicherlich können einige 7-jährige bereits ein Smartphone bedienen, aber die Masse jener Altersgruppe wird aller Voraussicht nach noch über lediglich ausbaufähige Office-Kenntnisse verfügen.
Es stellt sich auch die Frage, welche Eltern ihre 6 bis10-jährigen Kinder ohne mulmiges Gefühl allein dem World Wide Web überlassen wollen, und sei es nur innerhalb des Klassenverbands.

Im weiteren Verlauf des Zeitungsartikels wird die Senatorin mit dem Satz zitiert:

„Sie gehe auch davon aus, dass in die Kitas in der kommenden Woche „signifikant weniger“ Kinder kommen.“

Tatsächlich haben einige Kitas über die Feiertage geschlossen. Da werden automatisch weniger Kinder zur Betreuung kommen.

„Man habe sich in Hamburg entschieden, die Kitas im Gegensatz zum Lockdown im Frühjahr diesmal offen zu lassen, um es Eltern in wichtigen Berufen zu ermöglichen, zur Arbeit zu gehen. Dabei sei bewusst auf die Einschränkung „systemrelevant“ verzichtet worden. Ein Lagerist bei einem Hersteller von für die Pandemiebekämpfung wichtigen Geräten sei schließlich auch unverzichtbar.“

Hätte die Politik, und das schließt die Senatorin ein, im Frühjahr konsequent gehandelt und ein Konzept für den Herbst entwickelt, um- und durchgesetzt, dann hätten die Schulen heute kein Problem mit Fernunterricht, die Kinder systemrelevanter Eltern würden auch weiterhin betreut und die Senioren in den Heimen wären besser geschützt.

Ein „Lagerist“ war auch im Frühjahr bereits systemrelevant, sofern sein Arbeitgeber dies bescheinigte.
Es sei denn, der besagte Lagerist ist bei einem Feuerwerkshersteller beschäftigt.
Arbeitnehmer in Geschäftsbereichen, die nicht den Grünen Idealvorstellungen entsprechen, sind politisches Freiwild.