Viele Radfahrer und ihre gewählten oder selbsternannten Interessensvertreter in der Politik und den Verbänden verhalten sich, als würde es ein im Grundgesetz verankertes Recht auf Radfahren geben.

Sie fordern Radwege, die so breit sind wie Autobahnen, Benutzung von Einbahnstraßen im Gegenverkehr, eigene Schnellstraßen und Vieles mehr.

Selbstredend gilt den Interessensvertretern im Verkehr immer der Radfahrer als der Teilnehmer, der grundsätzlich im Recht ist; selbst in dem Fall, dass er die Verkehrsregeln nicht beherrscht, sie absichtlich oder unabsichtlich ignoriert, in Dunkelheit ohne Licht und / oder reflektierender Kleidung fährt, rote Ampeln für ihn nur ein Zeichen der Liebe sind oder munter am Smartphone mit Freunden und Kollegen redet – natürlich während der Fahrt.

Auch wir sind der festen Überzeugung, dass der Radfahrer im Verkehr besser zu schützen ist. Die Unfallzahlen mit Beteiligung von Radfahrern sind eindeutig zu hoch. Aber das geht am besten unter Einhaltung und Durchsetzung der Verkehrsregeln, Beachten von Lichtsignalanlagen, Tragen von Helmen und reflektierender Kleidung, sowie dem Fahren mit Licht – egal zu welcher Tageszeit. Ein 3 m breiter Fahrradstreifen auf der Straße gehört definitiv nicht dazu.

Es gibt Radwege, die stark frequentiert werden und diese gehören ausgebaut. Der wohl meistgenutzte Radweg liegt derzeit an der Alster / Kennedybrücke. Dieser sollte ausgebaut und nur in eine Richtung befahren werden. Hinweisschilder können die Radfahrer diesbezüglich daran erinnern, dass sie als Verkehrsteilnehmer auch Rücksicht auf andere Radfahrer und insbesondere auf Fußgänger zu nehmen haben. Ein Recht zu fahren gibt es auf dem Radweg genauso wenig wie für das Auto auf der Straße.

Zudem bedarf es endlich einer Kennzeichnungspflicht für E-Bikes. Es kann und darf schon aus Gründen der Gleichbehandlung keine Unterschiede zwischen Batterie betriebenen Scootern und Fahrrädern geben.

Wenn die Fahrräder vermehrt auf der Straße rollen (oder rollen sollen), müssen auch für die Radfahrer die gleichen Voraussetzungen zur Teilnahme am Straßenverkehr gelten wie für Autofahrer. Eine Führerscheinpflicht für Radler muss her – in abgespeckter Form.

Denn die Verkehrsregeln gelten für alle Verkehrsteilnehmer. Ein Radfahrer muss die Verkehrszeichen und allgemeinen Regeln des Straßenverkehrs kennen und sich auch darin prüfen lassen, wenn er als gleichberechtigter Verkehrsteilnehmer am Straßenverkehr teilnehmen will und eine Gleichbehandlung einfordert.

Denn es gilt in Deutschland noch immer das Sprichwort: Mit jedem Recht kommt auch eine Pflicht! Wenn die Verbände und Politiker Rechte einfordern, sollten sie auch klar darlegen, welche Pflichten für ihr Klientel damit verbunden sind.